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Hässlich und schön, abweisend und
gastfreundlich, glitzernd reich und schmutzig arm – China ist im Aufbruch und
voller Gegensätze. Wir starten in Hongkong - englisch ordentlich und
chinesisch chaotisch bilden die Mischung, die uns einstimmt auf unsere Reise
nach Norden: Zunächst über Guilin nach Yangsuo. Steile Karsthügel mit weitläufigen Höhlen und der romantische Li
Jiang-Fluss prägen die Landschaft. In den abgelegenen Dörfern der Provinz
schockieren uns Armut und Verfall. Trotzdem empfangen uns die Menschen offen
und freundlich. 2300 Kilometer mit dem Zug durch die zentralchinesischen
Provinzen – preiswert, sogar ganz bequem und viel aufregender als geflogen.
Ein kurzer Abstecher führt uns nach Hangzhou – Sechsmillionenstadt am
berühmten Westsee Xi Hu. Das alte Ling Jin Si – Kloster mit seinem
steingemeißelten Buddha-Fels hat hier wie durch ein Wunder Maos Horden
überlebt. Heute ist es wieder ein Wallfahrtsort der gläubigen Buddhisten. 16 Millionen Menschen, die halbe Stadt erst
in den letzten 20 Jahren gebaut – Shanghai wird die asiatische
Wirtschaftshauptstadt der Zukunft sein. Wieder prachtvoll spiegeln sich die
alten Kolonialpaläste am Bund im Wasser des Huangpu und stehen im Kontrast
mit den Glasfassaden der Wolkenkratzer. In diesem Gemisch findet China
langsam auch ein Stück der verlorenen Geschichte wieder: Das Shanghai Museum
lässt erahnen, wie reich das Erbe sein könnte, ohne die leidvolle,
zerstörerische Kulturrevolution. Shanghai ist Big Business – in Qingdao sind
die Brötchen etwas kleiner. Für einen Augenblick meint der Reisende, er sei
nicht in China: grüne Berge, saubere Luft, rote Dächer, Marktplatz, Rathaus,
Villenvorstadt, leise, sauber, aufgeräumt. Sogar der Verkehr richtet sich
nach den Regeln. Qingdao war vor 90 Jahren für 30 Jahre deutsche Kolonie. Das
hält vor. Hier kann man Geschäfte machen: im Familienbetrieb verbinden sich
deutsche Ordnung und chinesischer Fleiß. Auch der aufmerksame Parteisekretär
im Hintergrund kommt uns irgendwie bekannt vor. Das Zentrum der Macht war und ist die
nördliche Hauptstadt – Beijing. die Dynastien hinterließen vielfältige
Spuren: Kaiserpalast, Sommerpalast und
Große Touristenmauer sind schon ein Muss. Richtig aufregend aber ist eine
Kletterpartie auf der richtigen Großen Mauer – 150 Kilometer von Beijing
entfernt. Dort wo sich der alte Schutzwall völlig unsaniert und
wildromantisch über die steilen Bergkämme windet sind die Ausblicke
atemberaubend. Ach, übrigens: Man sollte China nicht verlassen, ohne noch
einmal richtig gut gegessen zu haben. Seafood in Beijing? Ja, das ist ein
Restaurant, kein Zoo, auch kein Aquarium... |
Kulinarische Weltreise |
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